Herren im Reiche des Geistes
Landgaard, Stian M.: Herrer i åndenes rikeIm Herbst 2003 kehrt Christian Winther nach Tromsø zurück, nachdem er mehrere Jahre in Bergen studiert hat, und er hat einen klaren Plan: Nach dem Masterstudium will er Norwegens erste Doktorarbeit über Friedrich Nietzsche schreiben, der mit seinen umstrittenen Schriften mehrere hundert Jahre alte Ansichten über Moral und Wahrheit im Westen herausforderte.
Im selben Herbst wird an Norwegens Universitäten die Qualitätsreform eingeführt, und wenn die Forschung den Bedürfnissen des Staates und des Marktes unterworfen wird, hat Nietzsches Fundamentalkritik keinen Platz in der Sonne mehr. Christian ist der Meinung, dass die Philosophie über die Politik bestimmen müsse und nicht umgekehrt. Er versucht deshalb, die Studenten, welche in seinen Augen Herren im Reiche des Geistes sind, zum Kampf gegen die wachsende Bürokratie zu mobilisieren, weil sie die akademische Freiheit bedroht.
Doch als selbsterklärter Nietzscheaner hat Christian viele Kämpfe zu bestehen, auch außerhalb der Universität. Er wird mit den Konsequenzen seiner Philosophie konfrontiert, wenn er die Partnerin seines besten Freundes verführt, und er sieht ein, dass seine nihilistische und Schwäche verachtende Einstellung das Verhältnis zu seiner gesamten sozialen Umgebung bedroht, nicht zuletzt zu seinem jüngeren Bruder, Arne.
Während sich die Konflikte zuspitzen, entwickelt sich eine Tragödie, und Christian muss sich unweigerlich fragen: Ist es möglich, ein Übermensch zu werden und dabei Menschlichkeit zu bewahren?
Stian M. Landgaard: Bibliography and biography